Als im Juli 1995 in Görlitz zum ersten Mal eine Veranstaltung namens Straßentheater auf dem Obermarkt über die Bühne ging, dachte niemand daran, dass aus diesem vereinzelten Projekt in den folgenden 15 Jahren ein von Touristen und Bürgern viel beachtetes und unter Künstlern international anerkanntes Festival wachsen könnte. Heute hat der Festivalkalender der Europastadt Görlitz-Zgorzelec mit dem ViaThea einen kulturellen Höhepunkt, der Stadt und Region wunderbar zu Gesicht steht. Denn die vielfältigen Aufführungen der aus allen Ecken Europas anreisenden Straßentheatergruppen finden in der einzigartigen baulichen Kulisse der Görlitzer Altstadt ein kongeniales Umfeld. Und wer würde bezweifeln, dass gerade das Dreiländereck zwischen Deutschland, Polen und der Tschechischen Republik für einen lebendigen Dialog künstlerischer Handschriften und Positionen prädestiniert ist.
Daher ist es kaum verwunderlich, dass dem ViaThea unter Künstlern heute ein guter Ruf vorauseilt, dass sie gerne nach Görlitz kommen – und gerne wiederkommen. So wird zum 15jährigen Jubiläum zwischen neuen und ungesehenen Gruppen auch das eine oder andere altbekannte Gesicht zu sehen sein.
Die unter ViaThea-Fans sicherlich bekannte Gruppe Grotest Maru etwa erarbeitet gemeinsam mit einem internationalen Jugendtheaterworkshop, Vereinen und Partnern aus der Region eine speziell auf Görlitz zugeschnittene Inszenierung zum Thema Via Regia und wird damit neue Perspektiven auf unsere Vergangenheit und Zukunft eröffnen. Und mit „Perlas Y Plumas“ ist ein Höhepunkt der spanischen Straßentheaterszene 2009 zum ersten Mal auf deutschen Festivalbühnen präsent, natürlich auch beim ViaThea.
Eine besondere Auszeichnung aber ist es, dass das europäische Netzwerk CircoStrada das ViaThea zum Anlass gewählt hat, eine seiner Jahrestagung 2009 durchzuführen und Görlitz-Zgorzelec für drei Tage zum Zentrum der europäischen Straßentheaterszene zu erklären. Diese besondere Ehre sollten wir zum Anlass nehmen, mit Stolz auf die vergangenen 15 Jahre zurück zu blicken und alle Kräfte zu bündeln, um das ViaThea auch zukünftig als ein wachsendes und sich ständig wandelndes Kulturereignis pflegen und begleiten zu können!
