
1. Straßentheater 1995
Theater Pinezka
Theater Pinezka
Wenn wir heute 30 Jahre ViaThea feiern, lohnt sich ein Blick zurück in eine Zeit, in der Straßentheater in Mitteleuropa weit mehr war als nur Unterhaltung. Die Wurzeln des ViaThea liegen in einer Zeit des politischen und gesellschaftlichen Aufbruchs in Europa. In Polen entwickelte sich bereits in den 1970er- und 1980er-Jahren eine starke Tradition des Theaters im öffentlichen Raum. Besonders beim Straßentheaterfestival im polnischen Jelenia Góra wurde das Theater auf der Straße zu einer künstlerischen und gesellschaftlichen Ausdrucksform.
Das Internationale Straßentheaterfestival in Jelenia Góra existiert seit 1983. Initiatorin war die Theaterintendantin Alina Obidniak vom Cyprian Kamil Norwid Theatre, die gemeinsam mit dem Kulturwissenschaftler Piotr Szczeniowski die Idee entwickelte, Theater aus den geschlossenen Häusern auf die Straßen zu bringen.
Das Festival entstand also in den frühen 1980er-Jahren, einer politisch schwierigen Zeit in Polen, kurz nach der Entstehung der Solidarność und während bzw. nach dem Kriegsrecht in Polen. Während der politischen Umbrüche in Polen – geprägt von der Gewerkschaftsbewegung Solidarność und den Jahren des Kriegsrechts in Polen – suchten Künstlerinnen und Künstler neue Wege, um ihre Gedanken öffentlich zu teilen. Gerade deshalb hatte das Theater im öffentlichen Raum eine besondere Bedeutung: Es brachte Kunst direkt zu den Menschen und wurde zu einem Ort des kulturellen Austauschs und der gesellschaftlichen Begegnung.
Heute gilt das Festival in Jelenia Góra als das älteste Straßentheaterfestival Polens und als eine der wichtigsten Keimzellen der polnischen Straßentheaterszene. Viele internationale Festivals – darunter später auch das Straßentheater in Görlitz – wurden von dieser Tradition inspiriert
Das Internationale Straßentheaterfestival in Jelenia Góra existiert seit 1983. Initiatorin war die Theaterintendantin Alina Obidniak vom Cyprian Kamil Norwid Theatre, die gemeinsam mit dem Kulturwissenschaftler Piotr Szczeniowski die Idee entwickelte, Theater aus den geschlossenen Häusern auf die Straßen zu bringen.
Das Festival entstand also in den frühen 1980er-Jahren, einer politisch schwierigen Zeit in Polen, kurz nach der Entstehung der Solidarność und während bzw. nach dem Kriegsrecht in Polen. Während der politischen Umbrüche in Polen – geprägt von der Gewerkschaftsbewegung Solidarność und den Jahren des Kriegsrechts in Polen – suchten Künstlerinnen und Künstler neue Wege, um ihre Gedanken öffentlich zu teilen. Gerade deshalb hatte das Theater im öffentlichen Raum eine besondere Bedeutung: Es brachte Kunst direkt zu den Menschen und wurde zu einem Ort des kulturellen Austauschs und der gesellschaftlichen Begegnung.
Heute gilt das Festival in Jelenia Góra als das älteste Straßentheaterfestival Polens und als eine der wichtigsten Keimzellen der polnischen Straßentheaterszene. Viele internationale Festivals – darunter später auch das Straßentheater in Görlitz – wurden von dieser Tradition inspiriert
Aus dieser lebendigen Tradition und der Möglichkeit des freien Reisens in die Welt nach 1989 entstand Mitte der 1990er-Jahre auch in Görlitz die Idee eines eigenen Straßentheaterfestivals. In enger Zusammenarbeit mit dem Kulturzentrum in Jelenia Góra organisierte das Kulturamt der Stadt Görlitz im Jahr 1995 das erste Straßentheater auf dem Obermarkt (Görlitz). Das Straßentheaterfestival ViaThea in Görlitz wurde 1995 gegründet. Initiator und Gründervater war Stefan Waldau, der damalige Kulturamtsleiter der Stadt Görlitz.
Am 6. & 7. Juli 1995, j ab 17 Uhr, verwandelte sich der Platz erstmals in eine offene Bühne. Acht Ensembles aus sechs Ländern – Italien, Frankreich, Polen, Kanada, Belgien und der Ukraine – präsentierten insgesamt acht Vorstellungen. Damit begann eine Geschichte, die bis heute von internationalen Begegnungen, künstlerischer Vielfalt und dem gemeinsamen europäischen Gedanken geprägt ist. Was damals noch ein kleines Festival war, trug bereits den Geist in sich, der das ViaThea bis heute prägt: Theater ohne Mauern, Kunst für alle und die Überzeugung, dass Kultur Brücken bauen kann – über Grenzen, Sprachen und politische Zeiten hinweg. Gerade in einer Stadt wie Görlitz, die mit ihrem polnischen Nachbarn Zgorzelec eine Europastadt bildet, wurde das Straßentheater zu einem sichtbaren Zeichen dafür, dass Begegnung und Austausch die stärksten Antworten auf die Geschichte unserer Region sind.
Am 6. & 7. Juli 1995, j ab 17 Uhr, verwandelte sich der Platz erstmals in eine offene Bühne. Acht Ensembles aus sechs Ländern – Italien, Frankreich, Polen, Kanada, Belgien und der Ukraine – präsentierten insgesamt acht Vorstellungen. Damit begann eine Geschichte, die bis heute von internationalen Begegnungen, künstlerischer Vielfalt und dem gemeinsamen europäischen Gedanken geprägt ist. Was damals noch ein kleines Festival war, trug bereits den Geist in sich, der das ViaThea bis heute prägt: Theater ohne Mauern, Kunst für alle und die Überzeugung, dass Kultur Brücken bauen kann – über Grenzen, Sprachen und politische Zeiten hinweg. Gerade in einer Stadt wie Görlitz, die mit ihrem polnischen Nachbarn Zgorzelec eine Europastadt bildet, wurde das Straßentheater zu einem sichtbaren Zeichen dafür, dass Begegnung und Austausch die stärksten Antworten auf die Geschichte unserer Region sind.



